Neuer Schnitt für alte Bäume am 29.2.2020

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SK0229_0393.jpgAm Samstag, dem 29. Februar, durften wir Herrn Kurz Renz aus Ofterdingen sowie zahlreiche Gäste bei trockenem Wetter begrüßen. Er ist seit 1992 Fachwart und hat sich zur Aufgabe gemacht, bei wenig geschnittenen Obstbäumen, egal ob Apfel- oder Birnenbaum, einen neuen Hochstammschnitt zu zeigen. Die meisten Einsteiger sehen sich ratlos bei der Frage, wie schneidet man einen Obstbaum, der jahrelang in Vergessenheit geriet. Um dies zu klären wurde ein ca. 20 Jahre alter Baum in der Nähe des Sportplatzes als Objekt ausgesucht. Warum schneiden wir überhaupt Obstbäume? Obstbäume sind Kulturpflanzen die der Erziehung und Pflege bedürfen. Der Winterschnitt wird in der Regel von November bis März durchgeführt, es bietet den besten Blick auf das Astgerüst und fördert das Wachstum. Herr Renz richtet seinen Blick auf den Baumaufbau mit den Leitästen und der Mitte, die am höchsten sein sollte. Im Vordergrund steht nicht der Fruchtertrag, sondern ein zügiger Aufbau des Kronengerüsts auf der Basis des Oeschberschnitts. Der Rückschnitt der Leitäste erfolgt jeweils von außen nach innen, gleichzeitig werden die auf der Oberseite der Triebe befindlichen Knospen entfernt. Zur Erzielung einer gleichmäßigen Kronenentwicklung werden die Leitäste untereinander alle etwa in gleicher Höhe eingekürzt („Saftwaage“), die Stammverlängerung knapp darüber. 

SK0229 0414Die senkrecht und zur Mitte wachsenden Triebe auf der Oberseite der Leitäste werden an ihrer Basis entfernt. Nach außen stehende Seitentriebe auf der Unterseite der Leitäste werden zur Förderung ihres Wachstums ebenfalls eingekürzt. Aus der Reihe der umstehenden Zuschauer wurde immer wieder die Frage gestellt: „Warum schneiden Sie gerade diesen Ast ab?“ Werden Obstbäume längere Zeit nicht geschnitten, neigen sie oft zur vorzeitigen Alterung (Vergreisung) des Holzes und weisen eine ungenügende Neutriebbildung auf. Ziel eines Verjüngungsschnitts ist die Wiederherstellung einer auch in den unteren Kronenbereichen gut belichteten und durchlüfteten Baumkrone mit einer ausgewogenen Entfaltung von Leitästen und Stammverlängerung. Nach etwa zwei Stunden sieht der Apfelbaum gleich viel luftiger und „jünger“ aus. Abschließend lud Vorstand Stefan Luz die Gäste zu Kaffee und Kuchen ins Kernhaus ein.
Ingeborg Schauer

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