OGV-Ausflug vom 8. bis 11.9.2022 ins Allgäu

Tag 1:
Pünktlich um 7.30 Uhr startete der Bus nach einer kurzen Begrüßung durch unseren zweiten Vorstand und Reiseleiter Pascal mit 46 Personen in Richtung Allgäu. Dietmar, unser „Ehrenbusfahrer“, war dieses Mal als Teilnehmer mit an Bord und stellte seinen Kollegen Bruno als unseren Chauffeur für die nächsten vier Tage vor. Schon bei Bernhausen gab es einen ersten kleinen Stau, der den frühmorgendlichen Diskussionen jedoch keinen Abbruch tat. Ebenso wie der einsetzende Regen, der uns auch an den drei folgenden Ausflugstagen immer mal wieder begleiten sollte.

Unser erster Halt war die Versuchsstation für Obstbau Schlachters in Sigmarszell am Bodensee, ein Standort der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Die ehemalige "Obstbauschule Schlachters" diente in ihrer über 100-jährigen Geschichte stets der Aus- und Fortbildung im Obst-, Wein- und Gartenbau. Heute forscht die im Landkreis Lindau gelegene Versuchsstation praxisnah auf rund 8 Hektar Fläche im Bereich Kernobstforschung mit dem Hauptziel der Sortenerhaltung und des Wissenstransfers. Über 300 regionaltypische Äpfel- und Birnensorten gefährdeter Arten haben bis dato hier eine Heimat gefunden. Die Sorten werden auf Halbstämmen aufgezogen, da hier der Pflegeaufwand deutlich geringer ausfällt als bei Hochstämmen.
Mit dem Bau des Schulungsgebäudes hoffen die Verantwortlichen außerdem bald noch eine der wenigen Ausbildungsstellen der Region für Fachwarte zu werden, um das vorhandene Wissen noch gezielter weitergeben zu können.
Besucher der Versuchsstation können auf dem Betriebsgelände den Lehrpfad "Sortenerhalt in der Praxis" sowie rund um das neue Schulungsgebäude herum den Themenweg "Altes Streuobst neu entdecken" besichtigen. Dies haben wir, gemeinsam mit einem Experten der Versuchsstation, bei strahlendem Sonnenschein auch getan.

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Obwohl einige von uns bereits während des Rundganges in der Versuchsanstalt etliche Äpfel und Birnen verkostet und sich für später auch eingedeckt hatten, diente der nächste Stopp dem leiblichen Wohl, dem Mittagessen im Hotel 'Zum Hirschen' in Scheidegg.

Den Nachtisch gab es dann auf dem Busparkplatz: die berühmten Flachswickel von Klara sowie ein Schnäpsle vom Verein. Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit hat unser Vorstand Heiko jedem von uns ein Stamperl aus Glas inkl. OGV-Logo ausgehändigt. Damit konnte dann an den Folgetagen immer wieder „nachgetankt“ werden.

Gestärkt machten wir uns dann direkt auf den Weg nach Balderschwang in unser Hotel, dem ‚Kräuterhotel‘ Kienle. Pünktlich um 18.00 Uhr wurde dort zum Abendessen geläutet. Die Begrüßung durch den Hausherren Konrad Kienle erfolgte nach dem Essen mit einem hochprozentigen 'Verzehrerle'' … aber nur für ‚gute‘ Gäste!

Tag 2:
Am zweiten Tag starteten wir nach einem ausgiebigen Frühstück zum Allgäuer Bergbaumuseum nach Immenstadt/Diepolz. Auf dem Museumsgelände wird sehr anschaulich dargestellt, wie die Bergbauern des Allgäus in ihrer Kulturlandschaft lebten und arbeiteten. Ebenso wird gezeigt, wie der Käse und die Milchwirtschaft ihren Weg ins „blaue Allgäu“ gefunden haben.
Mit dem Abenteuerspielplatz, dem Spielwäldle, dem Museums-Bauernhof, dem Bauern- und Kräutergarten, Bienen- und Imkerhaus sowie dem Sattler Hof gibt es für Jung und Alt genug zu sehen und zu erleben.
Zum Essen trennte sich die Reisegruppe und verteilte sich auf die Höfle-Alpe (für diejenigen, die noch ein paar Höhenmeter machen wollten) und das Sennereistüble "Dreikäsehoch" mit der Wirtin Rosi.

Am Nachmittag war dann noch ein Rundgang durch den Kräutergarten des Hotels geplant. Leider hatte das dem Wettergott mal wieder niemand gesagt. Die Hotelchefin und Gründerin des Kräutergartens, Silvia Kienle, begrüßte uns bei strömendem Regen. Guter Rat war teuer und es gab daher einige Diskussionen bzgl. der weiteren Vorgehensweise …, bis Bruno dann die Entscheidung mit der Aussage „da vorne kommt es heller, in 10 bis 15 Minuten hört der Regen auf“ für uns traf.
Wir starteten ‚unter Dach‘ mit einem Kräuterschnaps und legten dann mit erheblich erhöhter Regenresistenz und bei nur noch leichtem Nieselregen mit der Führung los. Kaum hatten wir dann auch die ersten Kräuter und deren Wirkungsweise kennengelernt, hörte der Regen tatsächlich auf und die Sonne verwöhnte uns wieder. Mit viel Wissen um die Kräuter und deren Wirkung für uns Menschen, noch mehr Leidenschaft und leider etwas zu wenig Zeit dafür, erschuf Silvia Kienle (seit 2012 zertifizierte Kräuterwirtin und geprüfte Wildkräuterführerin) im Jahre 2014 wirklich ein Paradies der Kräuter: den Körpergarten, dessen Anlage eines menschlichen Körpers entspricht und Kräuter genau an der Stelle gepflanzt sind, an denen sie auch bei uns wirken. Die strahlenförmig angelegten Hochbeete des Duftgartens, der schön angelegte Teich oder der ‚Lieblingsplatz‘ ein Pavillon, der das Zentrum des Tee- und Gewürzgarten darstellt.
Mit einer musikalischen Einlage von Dietmar und seiner Ziehharmonika ließen wir später am Abend den zweiten Reisetag entspannt und fröhlich ausklingen.

Tag 3:
In der Nacht zum Samstag setzte Dauerregen ein, der uns auch noch auf dem kurzen Fußweg zur Sennerei Steurer begleitete. Trotzdem waren wir alle gut gelaunt und wissbegierig. Senner Josef, der seit 1976 die Milch der Weidekühe zu Käse und Butter verarbeitet, erzählte und zeigte uns, wie sein Sennbetrieb funktioniert. Vier Generationen der Familie Steurer leben in den Sommermonaten gemeinsam mit Rindern, Hühnern, Schweinen, Hasen und einem Pferd auf der Alpe. Im eigenen Hofladen der Familie hatten wir dann auch die Möglichkeit, uns mit Bergkäse, Speck, Wurst, Hochprozentigem und vielem mehr einzudecken.

10.15 Uhr war Abfahrt nach Hopfen am gleichnamigen See. Hier hieß es abermals: Wir müssen uns trennen! Eine sportliche Truppe mit 16 Personen startete den Weg rund um den Hopfensee, während der zweite Teil der Teilnehmer zum Forggensee weiterfuhr, um dort eine knapp zweistündige Schiffrundfahrt zu erleben. Da es ab Mittag größtenteils trocken blieb, war es ein sehr schönes Erlebnis für beide Gruppen.
Um kurz nach 17.00 Uhr hatte Bruno uns dann alle wieder eingesammelt und wir machten uns über den uns zwischenzeitlich gut bekannten Riedbergpass zurück auf den Weg ins Hotel.

Tag 4:
Am Tag der Rückreise stand am Morgen noch ein Dorfrundgang in Balderschwang auf dem Programm. Da das Wetter (wie zu erwarten) weinte, als wir wieder wegfahren wollten, gab es für diejenigen unter uns, die wasserscheu oder etwas schlecht zu Fuß waren, ein optimales Alternativprogramm. Sie durften die gesamte Dorfgeschichte im Foyer des Hotels per Video anschauen. Es gab dabei noch einen entscheidenden zweiten Vorteil: Sie hatten Zeit zum Einkaufen von Kräuterpflegeprodukten im Hotelshop.
Die Unverzagten aber wagten, wieder gemeinsam mit Silvia, den Weg durch das Dorf. Balderschwang ist bezogen auf die Einwohnerzahl die zweitkleinste Gemeinde in Bayern, aber auch die Gemeinde mit dem am höchsten gelegenen Ortskern Deutschlands (1.044 m). Mit durchschnittlich 2.450 Litern pro Quadratmeter im Jahr ist Balderschwang der Ort mit der höchsten Niederschlagsmenge in Deutschland. Auch beim höchsten Jahresniederschlagswert in Deutschland ist Balderschwang mit 3.503,1 Litern pro Quadratmeter Rekordhalter (1970). Wie sich beim Rundgang herausstellte, ist die ganze Familie Kienle schon über Jahrzehnte eng mit der Gemeinde verbunden. Nicht zuletzt ist Silvias Mann und Hotelchef auch der aktuelle Bürgermeister des Ortes. Nach einer kurzen Verabschiedung durch ebendiesen Konrad Kienle traten wir um 10.45 Uhr dann die Heimreise an.

Zur Mittagszeit legten wir noch einen Stopp in Ottobeuren ein. Mittelpunkt des Ortes ist das Kloster Ottobeuren mit der spätbarocken Basilika St. Alexander und Theodor, die wir als Erstes bestaunen durften. Das Kloster Ottobeuren ist eine Benediktinerabtei, deren Bau auch als „Schwäbischer Escorial“ bezeichnet wird und gehört zur Diözese Augsburg.
Die Besonderheit von St. Alexander und Theodor ist, dass sie im Gegensatz zu vielen anderen Kirchen nicht nach Osten, sondern nach Süden ausgerichtet wurde.

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Den weiteren Aufenthalt in Ottobeuren nutzten alle auch, um sich für die Heimfahrt zu stärken.

Nach knapp 2,5 Stunden Fahrt über die Alb waren wir wieder zuhause. Pascal bedankte sich für den gelungenen Ausflug sowohl bei Bruno, der uns wohlbehalten durch die vier Tage chauffierte, wie auch beim Planungsteam rund um Susanne, welches alles sehr gut vorbereitet hatte.
Zum Abschluss unserer Reise kehrten wir dann noch im Sportheim bei Denis ein.
Alles in allem wieder ein sehr interessanter und geselliger Ausflug!